Adoleszentenstation

Symbolbild: Eine junge Frau springt mit einem Regenschirm

Begleitung auf dem Weg vom Jugend- ins Erwachsenenalter

Die Adoleszenz – das Lebensalter zwischen Jugend und Erwachsensein – ist eine Zeit großer persönlicher Veränderung. Hier werden fundamentale Entwicklungsaufgaben wie die Identitätsfindung, die Emanzipation von den Eltern und der Übergang in die Selbstständigkeit gemeistert. In dieser kritischen Phase können psychische Erkrankungen auftreten, die langfristige Auswirkungen auf die weitere Entwicklung haben können. Unsere Adoleszentenstation bietet jungen Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren eine spezialisierte Behandlung, die die Übergangsphase von der Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Erwachsenenpsychiatrie mit einem integrativen Ansatz unterstützt.

Behandlungsschwerpunkte

Wir bieten eine umfassende Behandlung für junge Menschen mit psychischen Störungen, die speziell in der Adoleszenz auftreten können. Dazu zählen beispielsweise:

  • Neurotische und somatoforme Störungen (z.B. Angststörungen, Zwangsstörungen)
  • Affektive Störungen (z.B. Depressionen)
  • ADHS mit komorbiden Störungen wie z.B. sozialer Verhaltensauffälligkeit
  • Persönlichkeitsstörungen (z.B. emotional instabile Persönlichkeitsstörung)

Unsere Station umfasst 9 Behandlungsplätze und wird offen geführt, was bedeutet, dass die Patienten aktiv an der Therapie mitarbeiten und ihre Behandlung mitgestalten. Die Aufnahme setzt eigene Motivation und ein konkretes Behandlungsanliegen voraus.

Behandlungskonzept und Therapieziele

Das Ziel unserer Behandlung ist es, den jungen Patienten zu helfen, sich in ihrer Lebensphase zurechtzufinden und psychische Stabilität zu erlangen. Wir unterstützen sie dabei, ihre emotionale und soziale Entwicklung zu fördern und psychische Erkrankungen zu überwinden, um so eine langfristige Gesundheit und Selbstständigkeit zu erreichen.

Schwerpunkte der Therapie sind:

  • Entwicklungsaufgaben wie Identitätsfindung und Selbstbestimmung in dieser Übergangsphase
  • Förderung der emotionalen Regulierung und Verhaltenssteuerung
  • Stärkung der sozialen Beziehungsfähigkeiten durch Einbeziehung von Angehörigen und Bezugspersonen
  • Vermeidung von Chronifizierung psychischer Erkrankungen

Behandlungsmethoden

Unsere Behandlung basiert auf einem multimodalen und integrativen Konzept, das verschiedene Therapieansätze kombiniert, um die individuellen Bedürfnisse der Patienten bestmöglich zu adressieren:

  • Verhaltenstherapeutische Methoden (Hauptsächlich)
  • vorwiegend Gruppentherapien sowie Einzelgespräche
  • Störungsspezifische Therapien (z.B. für Depressionen oder emotionale Instabilität)
  • Psychopharmakotherapie (nach Bedarf und entsprechend der aktuellen Leitlinien)

Zusätzlich bieten wir komplementäre Therapien an, die den Heilungsprozess unterstützen:

  • Kunsttherapie, Musiktherapie und Ergotherapie
  • Bewegungstherapie und Entspannungstechniken
  • Konzentrationstraining und tiergestützte Therapie
  • Logopädie und Sozialtherapie
  • Soziales Kompetenztraining und Medienkompetenztraining

Für Patienten unter 18 Jahren mit Schulpflicht oder Patienten mit Berufsschulpflicht bieten wir auch Unterricht in der Klinikschule an.

Therapieablauf und Phasen

Unsere Behandlung gliedert sich in drei Hauptphasen, die den gesamten Behandlungsprozess strukturieren:

  1. Diagnostik- und Kennenlernphase (ca. 3 Wochen)
    Zu Beginn erfolgt eine umfassende medizinische und psychologische Diagnostik, bei der sowohl körperliche als auch psychische Aspekte berücksichtigt werden. In dieser Phase werden die Patienten mit den Regeln der Station und der Tagesstruktur vertraut gemacht und eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Therapeuten und Patienten aufgebaut.
  2. Therapiephase (individuell)
    Nach Abschluss der Diagnostikphase werden die spezifischen Therapieziele festgelegt. Hier stehen die bearbeitung der Störung und die Integration von Veränderungsprozessen im Mittelpunkt. Es werden Einzel- und Gruppentherapien durchgeführt, in denen die Patienten ihre persönlichen Ziele und Bedürfnisse adressieren können. Auch die Einbeziehung der Angehörigen ist ein wichtiger Bestandteil, um Veränderungen in den sozialen Beziehungen und im Familienumfeld zu fördern.
  3. Ablöse- und Verselbstständigungsphase (ca. 2 Wochen)
    In dieser Phase wird die Entlassung vorbereitet. Gemeinsam mit den Patienten und ihren Angehörigen oder Bezugspersonen wird eine Übergangsstrategie entwickelt, die eine weitere ambulante Nachbetreuung oder die Integration in eine Tagesklinik ermöglicht.

Das Behandlungsteam

Unsere Station wird von einem multidisziplinären Team betreut, das aus erfahrenen Fachkräften unterschiedlicher Disziplinen besteht:

  • Ärzte (Psychiater für Erwachsene und Kinder- und Jugendpsychiater)
  • Psychologen und Psychotherapeuten
  • Pflege- und Erziehungsdienst
  • Sozialarbeiter
  • Ergo- und Bewegungstherapeuten
  • Kunst-, Musik- und Logopäden
  • Lehrer der Klinikschule
  • Mitarbeiterinnen der Seelsorge

Dieses Team arbeitet eng zusammen, um eine ganzheitliche Betreuung und individuell zugeschnittene Therapie zu gewährleisten.

Anmeldung zur stationären Behandlung

Die Aufnahme auf unsere Adoleszentenstation erfolgt elektiv und kann über folgende Wege erfolgen:

  • Fachärzte für Psychiatrie und Kinder- & Jugendpsychiatrie
  • Hausärzte, Kinderärzte und Kinderkliniken
  • Psychotherapeuten und ambulante Psychologische Psychotherapeuten
  • Jugendämter, gesetzliche Betreuer und Einrichtungen der Jugendhilfe
  • Eltern oder selbst bei Patienten über 18 Jahren

Vor der stationären Aufnahme findet ein ambulantes Vorgespräch statt, in dem das Behandlungsanliegen geklärt wird und gemeinsame Erwartungen zwischen Patienten, Angehörigen und Therapeuten abgestimmt werden.