Psychiatrische Kinder- und Jugendinstitutsambulanz (PIA) an der Tagesklinik Annaberg

1. Aufgaben der Institutsambulanz

Nach dem Sozialgesetzbuch V §118 (1) übernehmen kinder- und jugendpsychiatrische Institutsambulanzen "die psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung von Kindern und Jugendlichen, die nach Art, Schwere und Dauer ihrer Erkrankung oder wegen Unerreichbarkeit geeigneter Fachärzte auf die Behandlung in einer Klinikambulanz angewiesen sind." Ziele des Gesetzgebers sind dabei die Verbesserung des ambulanten Behandlungsnetzes und die Vermeidung und/ oder Verkürzung stationärer Krankenbehandlungen. Das SKH Rodewisch wurde gem. § 118 Abs. 1 SGB V ermächtigt, die Behandlung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Institutsambulanz an der Tagesklinik Annaberg-Buchholz durchzuführen.

In der PIA-Annaberg erfolgt eine erste psychopathologische Befunderhebung und gemäß dem Ausmaß des Krankheitswertes eine entsprechende Behandlungsempfehlung für vollstationäre, teilstationäre, ambulante Behandlung oder ggf. die Empfehlung nicht-medizinischer Beratungen (Jugendhilfe, Erziehungsberatung). Nach dem Erstgespräch wird das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen individuell für das Kind oder den Jugendlichen sowie dessen Familie abgestimmt. Bei noch nicht gegebener Mitarbeitsbereitschaft/ Störungseinsicht für die teil- oder vollstationäre Behandlung bzw. bei nicht vorhandenen entsprechenden Behandlungsressourcen kann eine Begleitung der Patienten und ihrer Familien der eigentlichen Therapie vorgeschaltet werden. In der Institutsambulanz werden außerdem Kinder und Jugendliche nach der teil- oder vollstationären Behandlung weiter betreut, um die Behandlungserfolge zu sichern oder ggf. auf das häusliche und schulische Umfeld zu generalisieren.

2. Zielgruppe

Vorrangig werden Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr aus dem Einzugsgebiet des Erzgebirgskreises, die die Kriterien einer psychischen Störung (oppositionelle Störung, Störung des Sozialverhaltens, emotionale Störungen, Ausscheidungsstörungen, Bindungsstörungen, autistische Störungen, Entwicklungsstörungen, Aufmerksamkeitsstörung und komorbide Störungen) erfüllen, behandelt.

3. Leistungsinhalte

a) Ärztliche Tätigkeit

Dienstags besteht die Möglichkeit, von 14.00 bis 16.00 Uhr einen Arzt / Kinderpsychiater zu konsultieren.

  • Dessen Aufgabenbereiche beinhalten die vollständige ärztliche Untersuchung, die psychopathologische Befunderhebung des Kindes oder Jugendlichen unter Einbezug von Bezugspersonen, die medikamentöse Behandlung und medizinische Verlaufskontrolle, die Dokumentation sowie die Erstellung eines Behandlungsberichtes.
  • Erstgespräche mit den Patienten und deren Familien
  • Diagnostik und Indikationsstellung
  • medikamentöse Behandlung und medizinische Überwachung dieser (Kontrolluntersuchungen)
  • kurzfristige hochfrequente Termine zur Krisenintervention, bis Patient in empfohlenem Behandlungssetting aufgenommen

b) Psychologische Tätigkeit

Dienstag bis Donnerstag besteht die Möglichkeit, von 12.30 bis 14.00 Uhr die Psychologen der Tagesklinik Annaberg (TK- Annaberg) ambulant zu konsultieren.

  • Deren Aufgabenbereiche sind primär die Nachbetreuung stationärer/ teilstationärer Patienten (Stabilisierung und Rückfallprophylaxe) sowie die Vorbehandlung auf die stationäre/ teilstationäre Behandlung (ambulante Vordiagnose, differenzielle Indikationsstellung, Steigerung der Effizienz des stationären Aufenthaltes, Angstabbau, Bearbeitung Trennungsproblematik und Motivationsbildung, Überbrückung von Wartezeiten).
  • Erstgespräche mit den Patienten und deren Familie.
  • Diagnostik und Indikationsstellung (ggf. Weitervermittlung Tagesklinik bzw. vollstationärer Bereich).
  • ambulante Maßnahmen (Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Psychotherapie).
  • Durchführung der Therapie (Schwerpunkt Verhaltenstherapie unter Einbezug der sozialen Systeme).

c) Sozialpädagogische Tätigkeit

Bei Bedarf besteht zudem die Möglichkeit, die Sozialpädagogin der Tagesklinik Annaberg (TK- Annaberg) zu integrieren. Die Kontaktaufnahme erfolgt über die therapeutische Betreuung.

  • Anamnese bzgl. Schulleistungen
  • Kontaktaufnahme zu extramuralen Strukturen, wie z.B. Jugendamt
  • Kontaktaufnahme und Vermittlung zu außerfamiliär betreuenden Einrichtungen

4. Wie ist der Zugang geregelt?

Die Terminvergabe erfolgt montags - freitags telefonisch (03733 801991), jeweils 9.00 – 13.00 Uhr. Vorrangig werden Kinder und Jugendliche aus dem Erzgebirgskreis behandelt. Die Überweisung erfolgt in der Regel durch den Hausarzt / Kinderarzt / Facharzt für Kinderpsychiatrie / Fachabteilungen für Pädiatrie. Zudem ist auch eine direkte Anmeldung durch Eltern/Sorgeberechtigte oder Jugendliche selbst über die Chipkarte sowie durch Jugendämter und Einrichtungen der Jugendhilfe möglich.

5. Öffnungszeiten

  • Psychologin
    Dienstag – Donnerstag 13.00 – 15.00 Uhr
  • Sprechzeiten
    täglich 8.00 – 8.30 Uhr
  • apparative medizinische Diagnostik und ärztliche Untersuchung
    Dienstag 8.30 – 16.00 Uhr
  • Sozialpädagogin
    Dienstag 13.30 – 14.30 Uhr