Psychiatrische Kinder- und Jugendinstitutsambulanz (PIA) Rodewisch

1. Grundlagen und allgemeine Aufgaben

Die Institutsambulanz füllt eine Lücke in der Versorgung psychisch gestörter Kinder und Jugendlicher. Sie ist Partner niedergelassener Pädiater, Kinderpsychiater und Hausärzte. Vielfach erster Ansprechpartner sozialer Dienste und Behörden und Anlaufstelle für Familie in psychischen Krisensituationen.

Der Erstkontakt erfolgt durch die Psychologin, im Sinne eines multimodalen Behandlungskonzeptes erfolgt ihrerseits bei Bedarf die Zuweisung zu Arzt, Sozialpädagogen, Ergotherapeuten etc.

In der PIA erfolgt eine erste psychopathologische Befunderhebung und gemäß dem Ausmaß des Krankheitswertes eine entsprechende Behandlungsempfehlung für vollstationäre, teilstationäre, ambulante Behandlung oder ggf. die Empfehlung nichtmedizinischer Beratungen (Jugendhilfe, Erziehungsberatung). Nach dem Erstgespräch wird das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen individuell für das Kind oder den Jugendlichen sowie dessen Familie abgestimmt. Im Behandlungsteam der Institutsambulanz sind Arzt und Psychologe stundenweise beschäftigt. Je nach Störungsbild wird ein ambulantes Therapiekonzept im Sinne eines multimodalen Ansatzes mit verhaltenstherapeutischem Schwerpunkt unter Einbeziehung der Familie, der Pflegefamilie oder des Kinderheimes und des sozialen Umfeldes (v. a. der Schule) des Patienten erstellt.

Bei noch nicht gegebener Mitarbeitsbereitschaft/Störungseinsicht für die teil- oder vollstationäre Behandlung bzw. bei nicht vorhandenen entsprechenden Behandlungsressourcen, kann eine Begleitung der Patienten und ihrer Familien der eigentlichen Therapie vorgeschaltet werden. In der Institutsambulanz werden außerdem Kinder und Jugendliche nach der teil- oder vollstationären Behandlung weiter betreut, um die Behandlungserfolge zu sichern oder ggf. auf das häusliche und schulische Umfeld zu generalisieren.

2. Zielgruppen

Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, die die Kriterien einer psychischen Störung erfüllen (vorwiegend: Aufmerksamkeitsstörung, oppositionelle Störung, Störung des Sozialverhaltens, emotionale Störungen, Ausscheidungsstörungen, Bindungsstörungen, autistische Störungen, Entwicklungsstörungen und komorbide Störungen). Eine umgehende Überweisung in das stationäre Setting erfolgt bei prä-/suizidalen Patienten oder bei Patienten, die die Kriterien für eine akute Schizophrenie oder Substanzabhängigkeit erfüllen.

3. Leistungsbeschreibung

a) Ärztliche Tätigkeit

  • Erstgespräche mit den Patienten und deren Familien
  • Diagnostik und Indikationsstellung
  • medikamentöse Behandlung und medizinische Überwachung dieser (Kontrolluntersuchungen)
  • kurzfristige hochfrequente Termine zur Krisenintervention, bis Patient in empfohlenem Behandlungssetting aufgenommen

b) Psychologische Tätigkeit

  • Erstgespräche mit den Patienten und deren Familien
  • Diagnostik und Indikationsstellung (ggf. Weitervermittlung Tagesklinik bzw. vollstationärer Bereich)
  • Durchführung der Therapie (Schwerpunkt Verhaltenstherapie unter Einbezug der sozialen Systeme)

c) Sozialpädagogische Tätigkeit

  • Anamnese bzgl. Schulleistungen
  • Kontaktaufnahme zu extramuralen Strukturen wie z.B. Jugendamt
  • Kontaktaufnahme und Vermittlung zu außerfamiliär betreuenden Einrichtungen

4. Anmeldung durch

  • Eltern und Erziehungsberechtigte
  • Fachärzte für Kinderpsychiatrie, Kinderärzte, Fachabteilungen für Pädiatrie
  • Jugendämter
  • Einrichtungen der Jugendhilfe

5. Öffnungszeiten

Wir bitten Sie zum Zwecke kurzer Wartezeiten vorher einen Termin auszumachen.
Die Anmeldung ist wochentags in der Zeit von 8.00 bis 15.30 Uhr bei Frau Schirneck (Sekretariat), Tel.: 03744 366-4701, möglich.